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Windows Microsoft Sicherheit Tipps

Windows 10 ohne Support: Was jetzt noch geht

Windows 10 bekommt für Privatanwender noch bis Oktober 2027 Sicherheitsupdates. Was das kostet – und warum Office 2021 der dringendere Fall ist.

Maximilian Kammerer (Aktualisiert: ) 6 Min. Lesezeit
Windows-Laptop mit Warnhinweis zum Support-Ende
Windows-Laptop mit Warnhinweis zum Support-Ende

Hinweis: Dieser Beitrag stammt ursprünglich aus dem Januar 2025 und wurde im August 2026 vollständig überarbeitet. Die Fristen haben sich seitdem mehrfach verschoben – die Angaben unten geben den Stand August 2026 wieder.

Am 14. Oktober 2025 endete der reguläre Support für Windows 10. Damit war das Thema aber nicht erledigt: Microsoft hat für Privatanwender ein Sicherheitsupdate-Programm nachgeschoben und dessen Laufzeit im Juni 2026 noch einmal verlängert. Wer heute noch Windows 10 nutzt, ist also nicht automatisch ungeschützt – hat aber ein Ablaufdatum vor sich.

Hier ist der Stand der Dinge, sortiert nach dem, was für Sie gilt.

Der Stand heute

  • Windows 10 selbst erhält seit Oktober 2025 keine regulären Updates mehr.
  • Privatanwender können über das ESU-Programm (Extended Security Updates) noch bis zum 12. Oktober 2027 Sicherheitsupdates bekommen.
  • Unternehmen haben ein eigenes, kostenpflichtiges ESU-Programm mit einer Laufzeit bis maximal 10. Oktober 2028.
  • Office 2021 verliert seinen Support schon am 13. Oktober 2026 – und dafür gibt es kein Verlängerungsprogramm.

Die letzte Zeile ist der Punkt, der die meisten überrascht. Dazu unten mehr.

Für Privatanwender: Sicherheitsupdates bis Oktober 2027

Ursprünglich sollte das ESU-Programm für Privatanwender im Oktober 2026 auslaufen. Im Juni 2026 hat Microsoft die Laufzeit still und leise um ein Jahr verlängert – auf den 12. Oktober 2027. Wer bereits angemeldet ist, bleibt automatisch abgedeckt; anmelden kann man sich noch bis zum Programmende.

Sie haben drei Wege, teilzunehmen:

  • Kostenlos, wenn Sie die Synchronisierung Ihrer PC-Einstellungen (Windows Backup) aktivieren
  • Kostenlos gegen 1.000 Microsoft-Rewards-Punkte
  • Einmalig rund 30 US-Dollar bzw. der entsprechende Betrag in Euro

Voraussetzungen sind Windows 10 in der Version 22H2, ein aktueller Updatestand und ein Microsoft-Konto mit Administratorrechten – ein lokales Konto genügt nicht, ein Kinderkonto ebenfalls nicht. Eine Lizenz deckt bis zu zehn Geräte ab. Für gewerbliche Nutzung ist dieses Programm ausdrücklich nicht vorgesehen.

Ein ehrlicher Hinweis zum kostenlosen Weg: Er setzt ein Microsoft-Konto und eingeschaltete Einstellungs-Synchronisierung voraus. Wer bewusst mit einem lokalen Konto arbeitet, muss dafür also von dieser Praxis abrücken oder die 30 Dollar zahlen. Das ist eine Abwägung, keine reine Formalie.

Wichtig zu verstehen: ESU liefert ausschließlich Sicherheitsupdates für kritische und wichtige Lücken. Keine Fehlerbehebungen, keine neuen Funktionen, keinen technischen Support. Es ist eine Brücke, kein Dauerzustand.

Für Unternehmen: eigenes Programm, deutlich teurer

Das kostenlose Privatkunden-Programm gilt nicht für den betrieblichen Einsatz. Firmen brauchen die kommerzielle ESU-Lizenz, und die ist bewusst so kalkuliert, dass sie jedes Jahr unattraktiver wird (Stand August 2026):

JahrPreis pro GerätAbdeckung bis
161 US-Dollar13. Oktober 2026
2122 US-Dollar12. Oktober 2027
3244 US-Dollar10. Oktober 2028

Zwei Details, die in der Praxis wehtun: Die Lizenzen sind kumulativ – wer erst im zweiten Jahr einsteigt, muss das erste Jahr trotzdem nachkaufen. Und über drei Jahre summiert sich das auf 427 US-Dollar pro Gerät, für nichts als Sicherheitsupdates. Bei zehn Arbeitsplätzen ist das der Preis mehrerer neuer Rechner.

Für Betriebe, die ihre Geräte über Intune oder Windows Autopatch verwalten, gibt es im ersten Jahr einen reduzierten Satz.

Mein Rat an Geschäftskunden: ESU ist sinnvoll, um eine Migration geordnet zu Ende zu bringen – nicht, um sie weiter aufzuschieben. Wer jetzt noch drei Jahre kauft, zahlt am Ende mehr als der Austausch gekostet hätte.

Der eigentlich dringende Punkt: Office 2021

Während Windows 10 noch bis 2027 Luft hat, läuft für Office 2021 am 13. Oktober 2026 der Support aus – in wenigen Wochen. Und anders als bei Windows gibt es dafür kein ESU-Programm. Nach dem Stichtag ist Schluss: keine Sicherheitsupdates, keine Fehlerbehebungen, kein Support.

Office 2016 und Office 2019 sind bereits seit dem 14. Oktober 2025 raus.

Das ist besonders heikel, weil Office-Dokumente ein klassisches Einfallstor sind: Eine manipulierte Word- oder Excel-Datei im Anhang trifft dann auf ein Programm, dessen Lücken bekannt und nicht mehr geschlossen werden.

Ihre Alternativen:

  • Microsoft 365 Apps – Abo, immer aktuell, für die meisten der pragmatischste Weg
  • Office LTSC 2024 – Einmalkauf, ohne Cloud-Funktionen, für Umgebungen mit festen Installationen
  • LibreOffice – kostenlos und für viele Alltagsaufgaben völlig ausreichend, mit gelegentlichen Reibungspunkten bei komplexen Layouts

Welcher Weg passt, hängt davon ab, was Sie mit Office tatsächlich machen. Wer Serienbriefe und Tabellen schreibt, fährt mit LibreOffice gut. Wer Dateien mit Kunden austauscht, deren Formatierung sitzen muss, bleibt besser bei Microsoft.

Windows 11 auf älterer Hardware

Die offiziellen Anforderungen für Windows 11 sind unverändert streng: Prozessor ab Intel 8. Generation beziehungsweise AMD Ryzen 2000, TPM 2.0, Secure Boot, mindestens 4 GB RAM und 64 GB Speicher.

Das Problem daran ist bekannt: Viele Rechner, die im Alltag völlig ausreichen, erfüllen diese Liste nicht – nicht weil sie zu langsam wären, sondern wegen eines Sicherheitschips.

Technisch lässt sich Windows 11 auch auf solchen Geräten installieren, und die Systeme laufen danach in der Regel stabil. Ehrlich dazugesagt gehört aber: Microsoft unterstützt diese Konfigurationen nicht und sichert für sie auch keine Updates zu. Es ist eine Möglichkeit, aber keine, die ich pauschal empfehle – das hängt vom Gerät und davon ab, wofür Sie es nutzen. Bei einem Rechner, auf dem Onlinebanking läuft, würde ich anders entscheiden als bei einem Zweitgerät für Fotos.

Genau das schaue ich mir gerne im Einzelfall an, statt eine Faustregel auszugeben, die für die Hälfte der Geräte falsch ist.

Meine Empfehlung

Wenn Sie privat noch Windows 10 nutzen: Melden Sie sich für ESU an, solange es geht – das kostet Sie im besten Fall nichts und verschafft Ihnen Zeit bis Oktober 2027. Prüfen Sie parallel, ob Ihr Gerät Windows 11 offiziell unterstützt. Falls ja, ist der Umstieg der saubere Weg.

Wenn Sie Office 2016, 2019 oder 2021 einsetzen: Das ist der Punkt, den ich zuerst angehen würde. Bei Office 2021 bleiben nur noch Wochen, und ein Auffangnetz gibt es nicht.

Wenn Sie einen Betrieb führen: Zählen Sie die betroffenen Geräte und rechnen Sie die ESU-Kosten gegen den Austausch. Sichern Sie vor jedem Upgrade Ihre Daten – wie das geht, steht im Beitrag Backups: die unterschätzte Lebensversicherung für Ihre Daten.

Wenn Sie ohnehin über einen Wechsel nachdenken, lohnt auch ein Blick auf den Vergleich der Betriebssysteme Windows, Linux und macOS. Steht neue Hardware an, finden Sie in Hardware für KMU eine Übersicht sinnvoller Investitionen.

Fazit

Das Support-Ende von Windows 10 war kein Stichtag, an dem alles zusammenbrach – aber die Uhr läuft weiter. Für Privatanwender bleibt bis Oktober 2027 Zeit, für Unternehmen wird es mit jedem Jahr teurer, und bei Office 2021 ist im Oktober 2026 endgültig Schluss.

Panik ist unnötig. Ein Plan nicht.

Ich schaue mir gerne an, welche Ihrer Geräte betroffen sind und was im konkreten Fall der günstigste sinnvolle Weg ist – für Privatkunden zu Hause genauso wie für Betriebe.


Sie möchten Ihre Systeme fit für die Zukunft machen? Kontaktieren Sie mich – ich berate Sie gerne zu den Optionen für Ihre Situation.

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